Quarkwickel bei Entzündungen – ein altes Hausmittel, neu entdeckt

Was steckt hinter dem Quarkwickel?

Quark besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Wenn dieser auf eine warme, entzündete Körperstelle aufgelegt wird, beginnt die enthaltene Flüssigkeit zu verdunsten – und erzeugt dabei eine angenehme Verdunstungskälte. Die Gefäße ziehen sich zusammen, Schwellungen gehen zurück, Rötungen lassen nach. Zusätzlich enthält Quark das Milcheiweiß Kasein, dem eine stoffwechselanregende Wirkung auf entzündetes Gewebe nachgesagt wird, auch wenn das wissenschaftlich bisher kaum untersucht wurde.

Was zählt: Viele Anwender berichten seit Jahrzehnten von spürbarer Linderung – und auch Orthopäden und Sportmediziner empfehlen Quarkwickel heute bei Gelenk- und Sehnenproblemen. Wer heilt, hat recht, wie man so schön sagt.

Wann helfen Quarkwickel?

Kalte Quarkwickel eignen sich besonders gut bei:

  • Gelenkentzündungen (Knie, Ellenbogen, Knöchel)
  • Prellungen und Verstauchungen
  • Sehnenscheidenentzündungen und Tennisarm
  • Insektenstichen und Sonnenbrand
  • Milchstau und Brustentzündungen (Mastitis)
  • Fieber

Warme Quarkwickel kommen hingegen eher bei Husten, Halsschmerzen und Bronchitis zum Einsatz. Der Quark wird dabei auf Körpertemperatur erwärmt und entfaltet dann eine schleimlösende, entkrampfende Wirkung.

So bereitest du einen Quarkwickel zu

Du brauchst: Speisequark (Fettgehalt spielt keine Rolle), ein sauberes Baumwolltuch und ein Handtuch zum Fixieren.

Schritt für Schritt:

  1. Den Quark kurz aus dem Kühlschrank nehmen, er sollte nicht eiskalt sein – leicht unter Zimmertemperatur ist ideal.
  2. Den Quark etwa fingerdick (ca. 5 mm) auf das Baumwolltuch streichen.
  3. Die Ränder des Tuchs einschlagen, sodass der Quark innen liegt – so kommt er nicht direkt mit der Haut in Berührung und lässt sich später problemlos entfernen.
  4. Den Wickel auf die betroffene Stelle legen und mit dem Handtuch fixieren.
  5. Den Wickel maximal 15 bis 20 Minuten liegen lassen. Danach beginnt der Quark zu trocknen und sich zusammenzuziehen – die Durchblutung wird dann angeregt, was die Kühlung umkehrt.
  6. Bei starken Entzündungen kann der Wickel mehrmals täglich erneuert werden.

Wichtig: Den Quark nicht direkt auf offene Wunden, Ekzeme oder stark behaarte Körperstellen auftragen. Bei einer Kuhmilchallergie sowie bei Kindern unter zwei Jahren sind Quarkwickel nicht geeignet. Bei anhaltenden oder schweren Entzündungen bitte immer ärztlichen Rat einholen.

Warum passt das zu Shiatsu?

Im Shiatsu arbeiten wir mit dem Verständnis, dass Körper, Geist und Seele eine Einheit bilden. Beschwerden wie Entzündungen oder Schmerzen sind oft Zeichen, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist – im Energiefluss, im Alltag, im Umgang mit dem eigenen Körper. Shiatsu möchte die Selbstheilungskräfte anregen und den Menschen wieder in Kontakt mit seinem Körper bringen.

Der Quarkwickel passt in genau diese Philosophie: Er ist kein Eingriff von außen, sondern eine Einladung an den Körper, sich selbst zu regulieren. Die Anwendung fordert außerdem Ruhe und Innehalten – und auch das hat seinen Wert. Wer sich zwanzig Minuten Zeit nimmt, ruhig liegt und dem Wickel Raum gibt zu wirken, schenkt sich selbst eine kleine Auszeit. Das ist in unserer beschleunigten Welt alles andere als selbstverständlich.

In meiner Praxis empfehle ich Quarkwickel gern als ergänzende Selbsthilfemaßnahme zwischen Shiatsu-Behandlungen – vor allem bei Menschen mit entzündlichen Gelenkbeschwerden, Sehnenproblemen oder wenn der Körper gerade akut unter Spannung steht.

Mein Tipp für zu Hause

Probier es einfach aus, am besten an einem Abend, wenn du sowieso zur Ruhe kommst. Leg den Wickel auf, decke dich warm zu, atme tief durch. Manchmal braucht der Körper gar nicht viel – nur ein bisschen Aufmerksamkeit und die richtigen Bedingungen zum Heilen.

Hast du Fragen zu Quarkwickeln oder möchtest du erfahren, wie Shiatsu dich bei bestimmten Beschwerden unterstützen kann? Melde dich gern – ich freue mich auf deine Nachricht.